*** mosaik begleitet seit über 10 Jahren politische Bewegungen. Dabei ist ein Archiv entstanden, das zu wertvoll ist, um in der Versenkung zu landen. Einmal in der Woche kramen wir an dieser Stelle einen Beitrag heraus, der aufzeigt, was war, was ist, und einen Kontext zu aktuellen Entwicklungen bietet. ***
Im November 2022 bombardierte die türkische Luftwaffe Rojava. Sarah Yolanda Koss legte auf mosaik dar, dass die österreichische Berichterstattung hierzu zu wünschen übrig ließ. Bei der Betrachtung der jetzigen Berichte über die aktuellen Ereignisse in Nordsyrien finden sich klare Parallelen.
Die türkische Regierung greift gerade die kurdischen Autonomieregionen in Nordsyrien und im Nordirak an. Als Grund nennt sie einen Anschlag, der vergangene Woche auf der Istanbuler Einkaufsstraße Istiklal stattgefunden hat. Für diesen beschuldigt sie, bisher ohne Beweise, die syrische Kurdenmiliz YPG und die Kurdische Arbeiter*innenpartei PKK. Angekündigt hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Offensive in Rojava (Nordsyrien) bereits seit Monaten. Seit Anfang der Woche definiert die türkische Regierung den Angriff auch nicht mehr als temporäre Vergeltung, sondern als den Auftakt einer neuen Militärkampagne und droht mit einer Bodenoffensive.
Die Berichterstattung der österreichischen Presse übernimmt dabei bislang zu großen Teilen die Darstellung des türkischen Verteidigungsministeriums.





DerStandard, Presse, Kurier, ORF.at, DerStandard, vom 20. bis zum 22. November 2022. In den Schlagzeilen der Tageszeitungen lesen wir seit Sonntag von „Vergeltungsschlägen“ und „TerroristInnen„.
Während das deutsche Auswärtige Amt die Türkei zu „Verhältnismäßigkeit und Achtung des Völkerrechts“ aufruft, bleibt eine Reaktion vonseiten der österreichischen Regierung seit Tagen aus.
Twitter-Accounts wie der des Rojava Information Centers verbreiten indes Bilder von den Auswirkungen des Angriffs. Laut syrischer Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden inzwischen 31 Zivilisten getötet. Die Zahl der Todesopfer ist nicht bestätigt.
Weitere Informationen und Handlungsmöglichkeiten gegen den Krieg in Rojava gibt es hier.
Foto-Credit: Phili Kaufmann